13.10.2013 – Abfahrt

04.30 Uhr – klingelte der Wecker, dabei waren wir doch gerade erst ins Bett gefallen! Endlich Urlaub, aber wie Urlaub fühlte sich das um diese Zeit nicht an. Frühstücken, Waschzeug einpacken und in Freiberg Tetris mit dem Gepäck spielen, schließlich fahren wir gemeinsam mit Gaby und Andy über 7 Tage in den Schwarzwald.

Erster Treffpunkt mit den weiteren Mitfahrern Susi und Steffen sowie Hildegard und Peter war Chemnitz. Schon von weitem sahen wir die Warnblickanlage eines Autos und einen wie verrückt winkenden Irren an der verabredeten Bushaltestelle. Das konnte ja heiter werden.

Wir begrüßten uns kurz und dann ging´s zügig weiter. Nach notwendigen Kaffee-, Futter- und Pinkelpausen trafen wir endlich im Schwarzwald ein. Um gleich einen Vorgeschmack auf die kommende Woche (und viele Kurven) zu erhalten, nahmen wir die ausgeschilderte Umleitung um den Schluchsee und kamen so erst gegen 14.45 Uhr (tschüss Mittagsruhe) im Wehrhalder Hof in Herrischried an. So blieben gerade noch 15 Minuten Zeit, die Sachen ins Zimmer zu bringen, die Tanzsachen einzupacken und wieder loszudüsen nach Müllheim zu den Load Boat Dreamers, deren Clubabend von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr stattfand.

Wir wurden herzlich empfangen und nahmen nach dem Tanzen unser erstes Travelbanner in Empfang. Auch wurden wir von Didi eingeladen, an der Afterparty im Gasthof … teilzunehmen. Es wurde ein schöner, wenn auch kurzer Abend in dieser Runde, da wir uns noch in unserem Gasthof gemütlich zusammensetzen wollten, um auch den Fahrern ein wohlverdientes Bier zu gönnen. Doch es kam anders als gedacht: wer konnte, schlief schon im Auto auf der Rückfahrt – und streikte entsprechend bei der Vorstellung, noch nicht ins Bett zu kommen. Wir bedauerten unsere Fahrer (ein wenig) und vertrösteten sie auf das Bier in den folgenden Tagen.

14.10.2013 – Rust, wir kommen!

Schon lange hatten wir uns vorgenommen, wieder mal nach Rust in den Europapark zu fahren, den wir vor einer gefühlten Ewigkeit mit unseren Kindern besucht hatten. Umso mehr hat es uns gefreut, dass unsere Mitfahrer gern bereit waren, an diesem Ausflug teilzunehmen.

Nach einem reichhaltigen Frühstück gegen 08.30 Uhr mit viel Blümchenkaffee ging´s los. Es war noch ziemlich neblig in den Tälern und die Sonne wollte sich auch noch nicht von ihrer schönsten Seite zeigen, aber wir ließen uns nicht entmutigen. Des einen Freud ist des anderen Leid: Dank Schule in Deutschland und somit weniger Besucher in Rust gelangten wir ohne Wartezeit problemlos auf einen naheliegenden Parkplatz und konnten uns gleich ins Getümmel stürzen. Egal ob Achterbahn, Wikingerschaukel, Kettenkarussell, 4-D-Kino – wir nahmen alles mit, worauf einer von uns acht Lust hatte. Im Geisterschloss erschreckte uns neben den toll geschminkten Geistern auch Andreas, der Susi in einem dunklen Gang ans Bein fasste und Hildegard, die es nicht lassen konnte, in der Küche in die makaber gefüllten Töpfe zu schauen.

Überhaupt war der Park wundervoll geschmückt – überall Kürbisse, Figuren aus Kürbissen und Früchten, Mumien, Fledermäuse: Halloween überall – Juchhu !

Dank vieler Cafe´s, Imbissbuden und Restaurants kamen auch die kulinarischen Bedürfnisse nicht zu kurz und wir verbrachten einen wundervollen Tag, ehe wir uns gegen 17.00 Uhr auf den Weg zu den Breisgau Twirlers Freiburg machten.

Am Tanzort im Bürgerhaus Seepark in Freiburg nahmen wir noch ein gutes Abendessen ein, bevor wir einen schönen Abend mit Square-Dance verbrachten und unser zweites Banner einheimsten. Der President hat uns leichtsinnigerweise bei der Übergabe versprochen, das Banner noch in diesem Jahr zurückzuholen. Allerdings hat er dies nach Einsichtnahme in seinen wohlgefüllten Terminkalender für die letzten paar Wochen dieses Jahres noch vor Ende des Clubabends revidiert.

Auch hier wurden wir herzlich eingeladen, an der Afterparty im Bürgerhaus teilzunehmen. Jedoch fühlten wir uns vom Tag etwas geschafft, auch wollten wir unseren Fahrern die Gelegenheit geben, das Bier vom Vortag nachzutrinken – aber wieder mal kam´s anders als gedacht.

Susi und Steffen trafen alte Bekannte wieder und hatten sich etwas eher vom Clubabend und in die Gaststätte verabschiedet. Gegen 21.30 Uhr waren sie noch nicht wieder da, so dass wir ihre Alltagssachen wahllos in Susi´s Tasche verstauten. Nachdem uns der Schlüsseldienst der Breisgau Twirlers versicherte, dass in der Männer-Garderobe nichts mehr rumliegt, sind wir gegangen und haben vor der Tür auf die Rückkehr unserer Ausreißer gewartet. Irgendwann kam Steffen und fragte, ob wir nicht doch nochmal in die Gaststätte mitkämen. Unseren Mienen muss er entnommen haben, dass dazu keine große Lust bestand, so dass er alternativ vorschlug, zu fünft in die Unterkunft zu fahren, und Andy bat, als Chauffeur für ihn einzuspringen. Im Gespräch stellte er außerdem fest, dass seine Hose noch fehlte – leider war die Halle fest verschlossen. Zum Glück nahm der Schlüsseldienst auch an der Afterparty teil, so dass einer glücklichen Wiedervereinigung von Steffen und seiner Hose nichts mehr im Wege stand.

Im Gasthof angekommen, führten wir unsere eigene kleine Afterparty auf dem Flur unserer Unterkunft durch. Als gegen 0.30 Uhr vom Rest unserer Truppe noch immer nichts zu sehen war, sind wir dann doch, wenn auch etwas beunruhigt, im Bett verschwunden. Gegen 1.00 Uhr soll dem Hörensagen nach der Rest eingetrudelt sein …

15.10.2013 – Auf nach Freiburg!

Leider wollte das Wetter nicht so wie wir. Geplant war, mit der Seilbahn auf den Feldberg zu fahren und bei schönstem Wetter wieder herunter zu spazieren. Nun war die Seilbahn wegen Windböen gesperrt und bei den tiefliegenden Wolken hatten wir Glück, die Seilbahn überhaupt zu sehen. Aber aus der Not macht man eine Tugend und so nutzten wir die Zeit, uns im „Haus der Natur“ am Fuße des Feldberges umzusehen. Anschließend fuhren wir nach Titisee, besichtigten den Kurort, gingen Mittagessen und machten bei nun trockenerem Wetter eine nette Bootsfahrt auf dem gleichnamigen See.

Nicht eingeplant, dafür umso schöner, war die Besichtigung der Freiberger, pardon Freiburger Altstadt. Hier ist uns besonders das prachtvolle Münster mit seinen Wasserspeiern, insbesondere einem Arsch, in Erinnerung geblieben. Ein Steinmetz soll ihn angebracht haben, nachdem der Bauherr einen Teil des Lohnes verweigert hatte …

Analog zu Freiberg wurden scheinbar auch hier die Studenten mit allerlei Schabernack in ihr Studium eingeführt, wir sind einigen Gruppen begegnet, die durch die Straßen zogen. Ein wundervolles Abendessen nahmen wir im „Schlappen“ ein. Diese Kneipe ist wirklich zu empfehlen – die Gestaltung, die Ausstattung, das Angebot an Speisen und Getränken, die Bedienung. So stellt man sich einen Schottischen Pub vor. Hier hätte man den Abend verbringen können, nur um die ständig kommenden und gehenden Leute zu beobachten und zu quatschen, aber (fast hätte ich leider gesagt) wir hatten eine Verabredung mit den Dreisam Swingers Freiburg.

Wir wurden wie immer herzlich begrüßt und verbrachten einen schönen Abend. Ein Travelbanner wurde uns hier nicht ausgehändigt, es lag noch wohlverwahrt zu Hause (wollte man sich nicht davon trennen?) Jedoch wurde uns versichert, es umgehend nachzusenden, was inzwischen auch erfolgt ist. Gegen 22.00 Uhr brachen wir auf, da noch eine Stunde Fahrzeit vor uns lag. Außerdem waren wir vollständig, so dass wir uns endlich mal zusammensetzen konnten. Gegen 01.00 Uhr wankten wir dann ins Bett …

16.10.2013 – Grützi Basel

Nach dem Frühstück gegen 09.00 Uhr brachen wir auf nach Badenweiler. Bei schönstem Wetter angekommen, machten wir zunächst einen Herrenausstatter (die Fahrt kann nur ein Mann geplant haben!) unsicher. Um einige Leche-Hemden reicher und einiges Geld ärmer, begaben wir uns anschließend zur römischen Badruine. Auf dem Weg dahin kamen wir an einem als Eselskopf gestalteten Fahrscheinautomat vorbei – ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Es war schon beeindruckend, welche Schwimmbäder die Römer in grauer Vorzeit geschaffen haben.

Weiter ging die Reise nach Basel. Leider blieb nicht allzu viel Zeit, so dass wir nur einen Spaziergang durch die Altstadt unternehmen konnten. Besonders angetan hatte es uns dabei das Baseler Münster mit den Katakomben, das schön gestaltete Gebäude der Brauerei „Feldschlößchen“ (Dresden lässt grüßen) und der Innenhof des Rathauses. Enttäuscht waren wir von der Sauberkeit der Stadt.

Den Abend verbrachten wir mit den Three Country Dancers aus Weil am Rhein, dabei gab es ein Wiedersehen mit einigen Tänzern der Vortage.

17.10.2013 – Ein ungeplanter Vormittag

Welch ein Wunder, auch so was soll´s geben. Und so fingen wir den Tag gemütlich an mit endlich mal Ausschlafen, in Ruhe frühstücken und einem Aufbruch erst gegen 11.00 Uhr. Während des Frühstücks schlug Hildegard vor, den Tag in Bad Säckingen zu verbringen. Unmittelbar am Rhein gelegen, ist es ein kleines Städtchen mit einer wunderschönen von Fachwerk geprägten Altstadt. Wir bummelten am Rhein entlang, sahen dabei den Gallusturm, machten einen Abstecher über die historische Holzbrücke in die Schweiz und brachten in Erfahrung, wer Hiddigeigei war. Bei schönstem Wetter und gefühlt 20 ° C verbrachten wir eine späte Mittagspause auf dem Marktplatz von Bad Säckingen, auch das Eis-Essen durfte nicht fehlen.

Leider musste das geplante „Kirschtorten“-Seminar in Todtmoos ausfallen, da es außer uns acht keine weiteren Interessenten gab. Trotzdem hat die Schwarzwälder Kirschtorte hier am besten geschmeckt, wie Peter feststellte. Er konnte sich darüber ein Urteil erlauben, weil er sich diese jeden Tag zum Kaffee bestellte. Als kleine Entschädigung für die entgangene Backvorführung wurde uns das Rezept für die Herstellung dieser Torte überreicht.

Zurück in der Unterkunft konnten wir nun auch unsere übrigen Mitfahrer begrüßen, die inzwischen angekommen waren und in der Gaststätte Kaffee tranken oder Abendbrot aßen.

Anschließend fuhren wir zum Clubabend der Salt Creek Ghosts nach Heitersheim Gallenweiler. Wir wurden herzlich begrüßt, allerdings schien die Tanzfläche für die Ghost´s und die 23 Silver-Miners fast zu klein zu sein. Es wurde jedoch ein wunderschöner Abend und wir lernten, dass ein Swing und Promenade auch dann getanzt wird, wenn es die Callerin nicht unbedingt ansagt …

18.10.2013 – Erst die Arbeit, dann das Vergnügen !

Nach dem Frühstück in nun größerem Kreis unternahmen wir bei schönstem Altweibersommerwetter eine Wanderung zum Gugelturm. Von diesem hatten wir einen herrlichen Blick auf den Schwarzwald und die Alpen.

Um 14.00 Uhr hatten wir dann eine Verabredung mit dem „Speck-Papst“ im Mattenhof Todtmoos. Uns wurde auf humorvolle Art einiges rund um den Schwarzwälder Schinken beigebracht und Lebensweisheiten „berückspiegelt“, aber natürlich gehörte auch ein herzhafter Imbiss dazu, den wir uns redlich verdient hatten.

Anschließend konnten wir in Herrischried Glasbläsern bei der Arbeit zusehen sowie die hergestellten Arbeiten bewundern oder erwerben. Im benachbarten Freilichtmuseum Klausenhof konnten mehrere Gebäude besichtigt werden, die Einblicke in das Leben und Arbeiten der Bevölkerung im Schwarzwald im 18./19. Jahrhundert ermöglichten. Die Anlage war schön gestaltet und sehr interessant, aber Leben möchte man unter diesen Bedingungen nicht mehr. Besonderen Eindruck hat ein noch voll funktionsfähiges Sägewerk hinterlassen, welches auch mittels Wasserkraft betrieben werden konnte. Eine kleine Schauvorführung rundete die Besichtigung des Klausenhofes ab.

Nach einer kurzen Kaffeepause fuhren wir gegen 17.30 Uhr nach Windisch (Schweiz), um am Clubabend der Habsburger Queen´s Shufflers am Vorabend des „Ritterdance“ teilzunehmen. Gegen 22.00 Uhr traten wir die Heimreise an und verbrachten den Abend in unserer Unterkunft in gemütlicher Runde.

19.10.2013 – Herzlich Willkommen zum „Ritterdance“

Bevor wir den Rittern gleich nach oben streben konnten, ging´s nach dem Frühstück erst mal nach unten in das Besucherbergwerk „Erdmannshöhle“ in Hasel. Wir haben schon einige Bergwerke besichtigt und trotzdem ist es immer wieder beeindruckend, welche Schauspiele die Natur so hervorbringt. Wir bewunderten u.a. ein Krokodil, welches sich mit dem Schwanz an der Decke festhält, Hochzeitstorten, Zwerge und einen Rittersaal sowie den nach Aussage des Bergführers einzig bekannten hohlen Tropfstein. Auch ein unterirdischer See durfte nicht fehlen und einige noch unerforschte Höhlen bieten Möglichkeiten zum weiteren Ausbau des Besucherberkwerks.

Gegen 12.30 Uhr fuhren wir dann nach Villingen (Schweiz) zum „Ritterdance“. Während die Plustänzer sich gleich ins Vergnügen stürzen konnten, nutzten andere das schöne Wetter für einen Bummel durch den Ort. Einige fuhren auch in eine benachbarte größere Stadt, um Mittag zu essen. Wir erfuhren hinterher, dass sie sich Schnitzel mit Goldstreifen bestellten …

Es war ein schönes Special mit über 100 Tänzern aus … Clubs. Die Callerin Lone Blume, die bisher nur wenige von uns kannten, verbreitete eine tolle Stimmung, so dass der Abend sehr kurzweilig war und viel zu schnell verging. Eine Überraschung gelang den gastgebenden Habsburger Queen´s Shufflers, die uns als Club mit den meisten Tänzern ein besonderes Geschenk machten. Sie hatten die Logos des Ritterdances und der Silver Miners Freiberg auf Windlichter gravieren lassen, so dass jeder unserer 23 Tänzer sein eigenes Andenken erhielt. Auch wurde uns versprochen, wenn wir zum 5. Mal zum Ritterdance kommen, erhalten wir eine eigene „Ritterrüstung“ (Tischdekoration)…

20.10.2013 – Heimreise

Die Woche war viel zu schnell vergangen und nach einem letzten Frühstück nahmen wir Abschied von unserer Unterkunft und dem inzwischen herbstlich schön gefärbten Schwarzwald. Aber einfach Heimfahren ist mit dem Reiseunternehmen „Titze – Intensivreisen“ nicht zu machen und so trafen wir uns 15.00 Uhr noch mit dem Tänzern des Old America Country SDC zum Clubabend in Walldürn. Es wurde noch ein schöner Nachmittag mit unserem Hobby, ehe wir uns gegen 17.00 Uhr bei teilweise strömenden Regen in Richtung Heimat verabschiedeten.

Fazit:

Wir Silver Miners möchten uns auf diesem Wege nochmals bei allen Clubs bedanken, die wir in dieser Woche besuchten und mit denen wir schöne Stunden bei unserem gemeinsamen Hobby verbrachten. Wir wurden überall herzlich empfangen, lernten auch viel Neues dazu, obwohl die Figuren nach Definition doch alle gleich sind …

Wir hoffen, wir können den einen oder anderen Tänzer bei uns zum Clubabend oder Special begrüßen oder treffen uns irgendwo im Square.

Und vergesst nicht, es sind 6 Banner zurückzuholen …

Viele Grüße an alle von den Silver Miners.

Kerstin und Andreas Titze